HACHIKO

Die Geschichte von Hachiko, dem treuen Hund, der fast zehn Jahre auf die Rückkehr seines Herren wartete, ist aufgrund seiner bemerkenswerten Loyalität ein Nationheld in Japan.

Täglich strömen Hunderte Menschen zu seiner Statue an den Shibuya - Bahnhof in Tokio, um ein Foto mit dem geliebten Akita aufzunehmen.

 

Eine wahre Geschichte 

 

Obwohl beinahe ein Jahrhundert seit der Geburt von Hachiko vergangen ist, hat diese überaus berührende Geschichte von Hachiko und seinem Herren Kinderbücher und Filme inspiriert. 

In einer Welt voller Herzschmerz und Unsicherheit, erinnert uns Hachiko daran, dass reine und unerschütterliche Liebe das wertvollste Geschenk ist.

Diese einfache und universelle Botschaft, sie ruft immer wieder erneut Tränen hervor und spornt an, die Dinge so zu betrachten, die in unserem Leben wirklich am wichtigsten sind.

Hachiko um 1935

Im November 1923 wurde in einer Scheune in Odate/Japan, ein Akita Welpe geboren.

Tief in den Bergen, in nordöstlicher Region, streckte der kleine würdevolle Hachiko seine Pfoten aus und machte hier seine ersten Schritte.

Hachiko gehörte einem wohlhabenden Bauern und zu dieser Zeit stammte der Vater von Hachiko aus einer der feinsten Abstammungslinien in Odate.

1924 wurde Hachiko an einem Mann übergeben, mit dem er eine unglaubliche, unerschütterliche, fast schon magische Bindung eingehen würde - die selbst nach dem Tod ungebrochen sein wird.

Das Erbe von Hachiko

Ueno Hidesaburo war Professor für Landwirtschaft an der heutigen Universität in Tokio.

Ueno war zum damaligen Zeitpunkt nicht auf der Suche nach einem Hund aber als sein ehmaliger Schüler, Mase Chiyomatsu, Ueno unerwartet Hachiko als Geschenk brachte, als er für seine außerordentlichen Verdienste auf dem Gebiet der Agrarbauingenieurwesens ausgezeichnet wurde, nahm sich Ueno dem kleinen Akita Welpen aus Odate an. 

Ueno war ein großer Hundeliebhaber aber hatte noch niemals einen Welpen wie Hachiko. 

Im Winter 1924 traf Hachiko in Tokio ein aber der Welpe erschien zerbrechlich und einem schlechten Gesundheitszustand.

Ueno kümmerte sich rührend um Hachiko, der bei Ueno schlief. Zur damaligen Zeit war es eher unüblich einen Hund mit ins Haus zu nehmen aber als Hachiko immer schwächer wurde und er Fieber bekam, bestärkte das Ueno und seine Frau ihn im warmen Zuhause gesund zu pflegen.

Professor Ueno wurde unerwartet Hachikos Besitzer. Obwohl er in seinem Leben bereits 16 Hunde besaß, besaß er noch nie einen Welpen wie Hachiko.

Es entsteht eine unvergessliche Bindung

Jeden Morgen begleitete Hachiko Ueno zur Shibuya Station, ganz gleich ob Sonnenschein, Regen oder Schnee, Hachiko kehrte am Ende des Tages immer wieder zum Bahnhof zurück, um seinen geliebeten Herren zu begrüßen. 

Ihre Routine hielt jahrelang an. Eine unerschütterliche Freundschaft war entstanden.

Am 21. Mai 1925 schaute Hachiko seinem Herren Professor Ueno ein allerletztes Mal hinteher als er an jenen morgen in den Zug stieg. An diesem Tag erlitt der 53 - jährige Professor während einer Vorlesung einen tödlichen Schlaganfall.

 

Es würde der letzte Tag in Hachikos Leben sein, an dem er seinen Herren sah.

Hachiko begleitete Professor Ueno jeden Tag zur Shibuya Station und kehrte am ende des Tages dorthin zurück, um seinen Herren in empfang zu nehmen.

Warum hat Uenos Frau Yaeko Hachiko nicht behalten ?

Ueno und seine Frau Yaeko waren nicht legal verheiratet. Ueno wurde damals mit einer Frau aus einer sehr prominenten Familie verlobt, aber Ueno verliebte sich in Yaeko. Seine Familie missbilligte diese Vereinigung, was Ueno dazu bewog gemeinsam mit seiner Liebe Yaeko wegzugehen.

Bekannt war sie als "Frau Ueno".

Als Ueno starb, hatte sie keinerlei gesetzlichen Rechte an dem Haus, so dass sie gezwungen war, mit einem guten Bekannten zu leben. Praktisch gesehen, war es für sie schwierig und unmöglich, während dieser Zeit, einen so großen Hund wie Hachiko zu halten, weshalb sie Hachiko zu einem Verwandten, nach Asakusa im Osten Tokios schickte.

Hachikos Loyalität

Trotz dieser großen Entfernung, kehrte Hachiko immer wieder zu seinem ehemaligen Zuhause in Shibuya zurück. Aus Sorge um die Gesundheit und Sicherheit von Hachiko, nahm der Gärtner des Professors, Kikusaburo Kobayashi, der Hachiko seit einigen Jahren kennt, auf.

Hachiko sehnte sich nach seinem Herren. Diese außergewöhnliche Bindung erwies sich als unzerbrechlich.

Tatsächlich war die Bindung mit der Zeit so stark, dass Hachiko den Rest seines Lebens damit verbringen würde, nach Ueno zu suchen.

Jeden Morgen kehrte er zum Bahnhof zurück. Jeden Abend tat er das Gleiche. Aber Ueno kam nie zurück.

Yaeko Ueno mit Hachiko. "Witwe" von Professor Ueno.

Hachiko macht Schlagzeilen

Obwohl Hachiko kein Streuner war, nahmen es die Menschen um die Station herum an, dass er es war. Einige der Menschen behandelten Hachiko sehr schlecht. Sein Gesicht wurde mit einem Schnurrbart bemalt und Kinder würden ihn ihn necken und verspotten.

Die Verkäufer waren sogar so weit gegangen, Hachiko mit Wasser zu verjagen, in der Hoffnung, dass er nicht wieder zurückkehren würde. Er wurde als lästig angesehen, als verlassenes und unerwünschtes Tier.

Als einer von Uenos Schüler, Hirokichi Saito, Hachiko wieder erkannte, versuchte er den Missbrauch an Hachiko schnellstmöglich zu stoppen.

Er kontaktierte eine lokale Medienvertretung, die Asahi Shimbum, welche am 04. Oktober Hachikos Geschichte veröffentlichte.

Die Überschrift der Geschichte lautete:

"Geschichte eines armen alten Hundes: der Geduldig seit sieben Jahre auf den toten Besitzer wartet"

Hachiko galt als Streuner. Zunächst wurde er schlecht behandelt und als störend empfunden.

Mitgefühl ist ansteckend

Wie erwartet wurde die Geschichte um Hachiko sofort bekannt und verbreitete sich schon bald in ganz Japan. 

Schon bald versorgten Ladenbesitzer und Besucher Hachiko mit Futter und Kinder umarmten und streichelten den Hund. Inou Masao, ein in bekannter Schauspieler freundete sich sogar mit Hachiko an, nachdem er ihn am Bahnhof sitzen sah. Sobald sich aber Menschenmengen bildeten ging er wieder.

Durch Hachiko wurden obdachlose Hunde besser behandelt. Die Geschichte des treuen Hachiko schien die Herzen aller zu erweichen und ihre Wahrnehmung von herrenlosen Hunden zu ändern.

Diese zerlumpten Hunde wurden nicht länger als Bedrohung angesehen. Stattdessen wurden sie mit Liebe umarmt.

Schon bald fütterten die Menschen den treuen Hachiko    

Hachiko mit einem Zugbegleiter am Shibuya Bahnhof

Die Hachiko Statue in Shibuya 

1933 sah der Bildhauer Teru Ando Hachiko zum ersten Mal am Bahnhof sitzen. Beeindruckt von Hachikos stolzer Erscheinung und Gelassenheit, sah Ando die Gelegenheit, eine neue Art von Kunst zu schaffen, die eine Hommage an den sanften Hachiko sein sollte, dessen Geschichte so ergreifend war.

Ando gestaltete eine Gipsstatue von Hachiko für die Ausstellung der Kaiserlichen Akademie der Schönen Künste.

1934 wurde vor dem Ticketschalter der Shibuya Station eine Bronzestatue mit dem Zitat 

"Lines to a Loyal Dog" 

eingraviert.

 

Eine große Menschenmenge, einschließlich der Enkelkinder von Professor Ueno, traf zur diesem feierlichen Ereignis ein. Hachiko, der ebenfalls anwesend war, trug rote und weiße Leinentücher aber all das hielt ihn nicht davon ab, weiterhin auf die Rückkehr von Ueno zu warten. Und so wartete Hachiko neben der Bronzeskulptur. Einheimische erinnerten sich gesehen zu haben, wie Hachiko die Statue anstarrte.

Im Jahr 1944, während des Zweiten Weltkriegs, wurde Hachikos Statue eingeschmolzen, um die Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Bedauerlicherweise wurde der Bildhauer bei einem Luftangriff getötet. 

1948 replizierte sein Sohn Takeshi Ando die Bronzestatue im Auftrag seines Vaters und Hachikos. Darüber hinaus wird die Rekonstruktion der Statue häufig als zentraler Punkt für die Rettung der Rasse Akita vor dem Aussterben angesehen, die nach dem Krieg stetig zurückgegangen war.

1933 schuf Teru Ando die ursprüngliche Gipsstatue von Hachiko für die Kaiserlichen Ausstellung der Schönen Künste

1948 replizierte Andos Sohn die eingeschmolzene Hachiko Statue in der Shubuya Station in Tokio. Dies half, die Rasse Akita vor dem Aussterben zu retten.

1934 wurde Andos Skulptur von Hachiko in Bronze nachgebildet und in der Shibuya Station in Tokio aufgestellt. Diese wurde 1944 eingeschmolzen, um die Kriegsanstrenungen zu unterstützen.

Bis zum Ende treu

Hachikos Jahre auf der Straße machten ihn kampferprobt und untergewichtig. Eines seiner Ohren senkte sich und er litt an Herzwürmer. Bis 1935 wurde er immer schwächer und konnte nicht mehr zum Haus des Gärtners zurückkehren. Hachiko verbrachte von nun an den größten Teil seiner Tage auf dem Bahnhofsgelände und suchte immer noch nach seinem Herren.

Am 07. März 1935 bemerkte ein Bahnhofsangestellte, dass Hachiko in abgelegene Räume ging und in Geschäfte ging, in denen er freundlich behandelt worden war, vielleicht sogar auch auf der Suche nach einem bestimmten freundlichen Gesicht.

Zuletzt wurde Hachiko auf einem Holzbett im Gepäckraum eingeschlafen gesehen.

Am Morgen des 08. März 1935 bemerkte ein besorgter Angestellter, dass Hachiko aus seinem Bett gegangen war. Besorgt durchsuchte er die Gegend und fand Hachiko am Straßenrand.

Hachiko wartete fast zehn Jahre auf den Professor. Er starb im Alter von dreizehn Jahren.

Nachdem Hachiko viele Jahre auf der Straße verbrachte, wurde er alt

Die Japanische Nation trauert um Hachiko

Yaeko kam, um Blumen und schwarzweiße Bänder auf Hachikos Statue zu platzieren. Schon bald verbereitete sich die Nachricht von Hachikos Tod in der ganzen Gemeinde. Viele der Einheimischen glaubten, dass Hachikos nächtliche Besuche bei den Ladenbesitzern in seinen letzten Tagen ein Abschied für immer war. Tausende Menschen versammelten sich mit süßen Leckerein, Blumen, Karten und Briefe um Hachikos Statue.

Am 10. März 1935 fand in Hachikos Schrein, der sich neben Uenos Ruhestätte befand, ein kleines Denkmal statt.

Hachikos Tod machte Schlagzeilen, und die Menschen in Japan trauerten zutiefst um ihn. Schulen in Japan zitierten ihren Schülern oft Hachiko als Beispiel für Loyalität, Freundschaft und guten Charakter.

Hachiko wurde an jenem Tage neben Professor Ueno beigesetzt.

Letztes Foto von Hachiko und Japans geliebtesten Hund

Hachikos Erbe lebt durch Statuen, Denkmäler & Skulpturen weiter

Hachikos Statue am Shibuya Bahnhof. Der umliegende Platz ist Tokios beliebtester Treffpunkt und immer voller Überraschungen.

Hachiko mit Professor Ueno an der Universität Tokio. Hier unterrichtete Dr. Ueno, bevor er starb.

Das Geheimnis um Hachikos Geburtsdatum

Hachikos tatsächliches Geburtdatum war ein großes Thema. Einige Literaturstellen führen den 10. November an, während andere sagen, es sei der 20. November gewesen. 

Im Gemeindebüro von Odate registrierte ein Mitglied des Forschungsausschusses für historische und natürliche Denkmäler der Präfektur Akita die Geburt von Hachiko am 20. November. Das Datum beruht auf Informationen eines der ursprünglichen Mitglieder der Society for the Preservation of Akita.

Bis zur Gründung der Gesellschaft zur Erhaltung japanischer Hunde im Jahr 1928 wurden jedoch keine Abstammungsnachweise für Hunde ausgestellt.

Kurita Reizo, eine ehemalige Studentin von Ueno, hielt am 09. März 1935 auf dem Weg zu einem Geschäftstreffen an der Shibuya Station an, als Hachikos Gedenkgottesdienst abgehalten wurde. Kuritas Kollege erwähnte, dass Hachiko aus Odate stamme und von ihrem ehemaligen Lehrer aufgezogen wurde. Zu diesem Zeitpunkt erkannte Kurita, dass Hachiko der Welpe war, den er für Professor ausgewählt hatte. Kurita erinnerte sich, den Welpen um den 07. oder 08. Januar 1924 an den Professor geschickt zu haben. Er war sich der Ankunft des Welpen in Tokio sicher, da ein schweres Erdbeben in der Nacht nach seiner Verschiffung von Hachiko auftrat also am 15. Januar 1924 um 05:50 Uhr.

Akita Welpen wurden zur damaligen Zeit von den Züchtern überbracht, bevor sie zwei Monate alt waren. Wenn Hachiko Odate am 14. Januar 1924 verließ, wurde er höchstwahrscheinlich etwa zwei Monate zuvor geboren. 

 

Basierend auf diesen Fakten ist Hachikos Geburtsdatum nun der 14. November 1923. 

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